Ausblick auf CDP 2024: Proaktive Schritte zur Verbesserung Ihres CDP-Ergebnisses

Der nächste CDP-Zyklus steht vor der Tür! Um adäquat vorbereitet zu sein, ist es wichtig, frühzeitig mit den Vorbereitungen zu starten, und dabei die im letzten CDP-Prozess identifizierten Lücken sowie gewonnenen Erkenntnisse zu berücksichtigen. Nachdem EcoAct das bisher geschäftigste Jahr für CDP-Einreichungen hinter sich gebracht hat, zeigt unsere CDP-Expertin Caoimhe Costigan auf, wie Sie bereits ...

Caoimhe Costigan

24 Jan 2024 10 Minuten Lesezeit

Der nächste CDP-Zyklus steht vor der Tür! Um adäquat vorbereitet zu sein, ist es wichtig, frühzeitig mit den Vorbereitungen zu starten, und dabei die im letzten CDP-Prozess identifizierten Lücken sowie gewonnenen Erkenntnisse zu berücksichtigen. Nachdem EcoAct das bisher geschäftigste Jahr für CDP-Einreichungen hinter sich gebracht hat, zeigt unsere CDP-Expertin Caoimhe Costigan auf, wie Sie bereits jetzt mit den Vorbereitungen beginnen können, um Ihr CDP-Ergebnis für 2024 zu verbessern.

In einer sich ständig weiterentwickelnden Nachhaltigkeits-Landschaft müssen Organisationen darauf vorbereitet sein, sich an Veränderungen anzupassen, proaktiv Lücken in ihren Nachhaltigkeitsanstrengungen zu erkennen und zu schließen, auf Risiken und Chancen zu reagieren und sich an neue Vorschriften zu halten. Ein wesentliches Instrument zur Erreichung dieser Ziele ist eine fundierte Beantwortung der CDP-Fragebögen. In diesem Blog gehen wir der Frage nach, warum es für den Erfolg entscheidend ist, einen Vorsprung zu haben, was die häufigsten Lücken sind und wie Sie Ihr Ergebnis im nächsten Jahr verbessern können. Damit reagieren wir auf die für 2024 erwarteten wesentlichen Änderungen des CDP-Berichtsrahmens und der damit verbundenen Fristen sowie auf neue Vorschriften und Rahmenwerke wie ISSB (engl. International Sustainability Standards Board) und CSRD (engl. Corporate Sustainability Reporting Directive), die immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Welche sind die häufigsten Lücken in den CDP-Antworten?

CDP ist mehr als nur eine Compliance-Anforderung. Es ist eine strategische Initiative, die Unternehmen dabei hilft, ihre Nachhaltigkeitsauswirkungen in Bezug auf Klima, Wald und Wassersicherheit zu verstehen, und ihnen hierdurch ermöglicht, fundierte Entscheidungen zu treffen. Eine frühzeitige Vorbereitung ermöglicht es Ihnen, Ihre derzeitige CDP-Antwort umfassend zu bewerten. Durch die Identifizierung von Lücken in Ihren Datensammlungs- und Berichtsprozessen können Sie an der Verbesserung von Datenpräzision und Vollständigkeit arbeiten. Die frühzeitige Behebung dieser Lücken stellt sicher, dass Ihre Nachhaltigkeitsberichte glaubwürdig sind und einer Prüfung durch Investoren, Kunden und Regulierungsbehörden standhalten können.

In Bezug auf die Nachhaltigkeitsthemen und -kriterien des CDP wurde bei der letztjährigen Bewertung eine der häufigsten Lücken identifiziert: das Fehlen glaubwürdiger und öffentlich verfügbarer Klimaübergangspläne. Im Jahr 2023 wurden strengere A-List-Kriterien von CDP eingeführt, darunter die Anforderung an glaubwürdige Übergangspläne, was eine wichtige Weiterentwicklung in der strategischen Nachhaltigkeitsplanung darstellt. Ein Klimaübergangsplan zeigt, dass sich die Unternehmen für die Erreichung eines 1,5-Grad-Pfades einsetzen und dass sie planen, ihr Geschäftsmodell so zu transformieren, dass es sich an eine CO2-neutrale Wirtschaft anpasst. Hier finden Sie das aktuelle Whitepaper von EcoAct zum Thema Übergangsplanung und Transformation.

Klimabedingte Veränderungen und physische Risiken nehmen zu. Eine Angleichung an die Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) wird Unternehmen ermöglichen, sich der klimabedingten Risiken für ihr Geschäft bewusst zu sein, sich auf etwaige Auswirkungen vorzubereiten und die Risiken proaktiv zu verringern. Eine weitere wichtige Lücke, die in den derzeitigen Strategien festgestellt wurde, ist das Fehlen von Klimaszenarioanalysen (engl. climate-scenario analysis – CSA). Klimaszenarioanalysen sind eine zentrale Empfehlung der TCFD und der Übergangspläne. Sie dienen einem Unternehmen als strategisches Instrument, um die Planung möglicher Klimazukünfte in die Geschäftsstrategie, die Risikomanagementprozesse und die Finanzplanung zu integrieren.

Übergangspläne müssen auf das Ziel von 1,5 Grad ausgerichtet sein. Dies verdeutlich die enorme Bedeutung, kurzfristige und langfristige (Net-Zero-) Ziele auf wissenschaftlicher Grundlage (engl. science-based targets – SBTs) festzulegen. Unternehmen sollten sich ehrgeizige Ziele setzen sowie ihre Emissionen im Einklang mit einem 1,5-Grad-Szenario reduzieren, um langfristig einen Net-Zero-Status zu erreichen, wie im Pariser Abkommen von 2015 festgelegt. Hierdurch lassen sich nicht nur klare und messbare Ziele definieren. Unternehmen sind vielmehr in der Lage, eigene Ambitionen zu formulieren und mit Argumenten zu unterfüttern. Im Einklang mit den neuen SBTi-Kriterien hat CDP zudem die Zielfragen um Wald-, Land- und Landwirtschaftsziele (besser bekannt als FLAG-Ziele) für Unternehmen in landintensiven und landwirtschaftlichen Sektoren erweitert.

Ab 2024 wird CDP ein Kriterium für die Klimawandel-A-Liste einführen, bei dem das Vorliegen eines realisierbaren Net-Zero Ziels bewertet wird. Dies wird Unternehmen dazu veranlassen, noch ehrgeiziger zu sein und langfristig zu denken.

In den letzten Jahren wurde die Dekarbonisierung der Lieferkette als ein wichtiger Hebel für Unternehmen zur Dekarbonisierung ihrer eigenen Wertschöpfungskette identifiziert. Lieferanten-Engagement umfasst eine Reihe von Mechanismen oder Maßnahmen, die sowohl intern als auch mit den Lieferanten umgesetzt werden. Dies soll Unternehmen dazu befähigen, eine dekarbonisierte, widerstandsfähigere Lieferkette zu schaffen. Gemäß dem CDP-Leitfaden, dem neuen SBTi-Leitfaden und der ISO 20400 ist die Einbindung von Lieferanten und die Einbettung von Prozessen in die Beschaffung von entscheidender Bedeutung, um Net-Zero-Status zu erreichen. Die Dekarbonisierung der Lieferkette wird also ein wichtiger Faktor für das Erreichen des A-Listen-Status beim CDP werden.

Trotz der Einführung des Biodiversitäts-Moduls im Jahr 2022 haben bisher nur wenige Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsstrategien so erweitert, dass auch dieses Thema adäquat  bewertet wurde. Wie der IPBES und der IPCC in ihrem Bericht über Klimawandel und biologische Vielfalt 2021 betonen, sollten Unternehmen die Klima- und Biodiversitätskrise gleichzeitig angehen. Zu diesem Zweck wird empfohlen Governance, Verpflichtungen, Überwachung und Berichterstattung zu Fragen der biologischen Vielfalt deutlich stärker zu berücksichtigen und integrieren. Darüber hinaus ist die biologische Vielfalt einer der Indikatoren im Rahmen der CSRD. CDP hat die Absicht bekräftigt, sich ab 2024 an den Rahmen der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (oder TCFD) anzupassen und Fragen zur biologischen Vielfalt verpflichtend zu machen. Daher ist es sinnvoll, bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit den Vorbereitungen zu beginnen, um mit den neuen Standards und Vorschriften auf dem Laufenden zu bleiben.

Wie können Sie sich auf neue Vorschriften vorbereiten?

Die Nachhaltigkeits-Landschaft entwickelt sich rapide weiter, und es werden zunehmend neue Vorschriften und Regulierungen eingeführt. Zwei bemerkenswerte Entwicklungen sind das ISSB und die CSRD:

ISSB: Auf der COP27 kündigte CDP an, dass der ISSB-Klimastandard (ISSB S2 Climate Standard) in den Fragebogen für 2024 aufgenommen werden soll. Das ISSB zielt darauf ab, die Nachhaltigkeitsberichterstattung weltweit zu standardisieren, wobei der Schwerpunkt auf der einfachen Wesentlichkeit liegt. Ein frühzeitiger Start verschafft Ihrer Organisation einen Vorsprung beim Verständnis und der Umsetzung dieser Standards. Indem Sie Ihre CDP-Bemühungen mit den ISSB-Richtlinien in Einklang bringen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Nachhaltigkeitsangaben den internationalen Erwartungen entsprechen und zugleich den Aufwand für die Berichterstattung verringern.

CSRD: Die CSRD, eine europäische Initiative, geht über den ISSB-Klimastandard hinaus. Sie ist wesentlich ehrgeiziger und robuster, deckt 10 ESG-Themen ab (Klima, biologische Vielfalt, Wasser, Umweltverschmutzung, Kreislaufwirtschaft usw.) und befasst sich mit doppelter Wesentlichkeit (sowohl Auswirkungen als auch Risiken). Die Richtlinie wird erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen haben, die innerhalb und außerhalb der Europäischen Union tätig sind (große Unternehmen aus Nicht-EU-Ländern, die in erheblichem Umfang in der EU tätig sind, werden ab 2028 davon betroffen sein). Eine frühzeitige Vorbereitung stellt sicher, dass Sie mit den Anforderungen vertraut sind und diese nahtlos in Ihre CDP-Prozesse integrieren können, um die mit der Einhaltung der Richtlinie verbundenen Herausforderungen zu minimieren. CDP ist sehr gut auf die Klimastandards der CSRD abgestimmt.

Was können Sie jetzt tun, um Ihr CDP-Ergebnis für das nächste Jahr zu verbessern?

Sobald Sie die Lücken in Ihrer CDP-Antwort identifiziert haben, ist der nächste Schritt das Ergreifen von Maßnahmen. Bei der Nachhaltigkeit geht es nicht nur um die Minderung von Risiken, sondern auch um die Nutzung von Chancen. Wenn Sie frühzeitig mit Ihren CDP-Bemühungen beginnen, können Sie Bereiche identifizieren, in denen Sie Ihre Nachhaltigkeitsleistung verbessern und Mehrwert schaffen können. Ob es um die Optimierung der Energieeffizienz und die Senkung der Kosten, die Erforschung kohlenstoffarmer Produkte oder die Erschließung neuer Märkte geht – ein proaktiver Ansatz ermöglicht es Ihnen, Ihre Nachhaltigkeitsziele mit Ihren Geschäftsstrategien in Einklang zu bringen und einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Wie EcoAct Ihnen bei der Vorbereitung auf den nächsten Zyklus und der Verbesserung Ihres CDP-Scores helfen kann

Bei EcoAct verstehen wir die Bedeutung frühzeitiger Vorbereitung. EcoAct bietet eine Vielzahl von Services an, um Unternehmen auf den nächsten CDP-Zyklus vorzubereiten und ihre Punktzahl durch die Verbesserung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien zu steigern.

Übergangsplanung: Unsere Services zur Übergangsplanung bieten Unternehmen fachkundige Unterstützung bei der Entwicklung strategischer Ambitionen und/oder der Operationalisierung der Klimastrategie. Wir können Ihnen dabei helfen, spezifische Maßnahmen zu identifizieren, die erforderlich sind, um Ihre Klimaverpflichtungen zu erfüllen, die finanziellen Auswirkungen dieses Plans zu verstehen und ihn in Ihrem Unternehmen zu verankern. Hierbei stellen wir sicher, dass die notwendigen Governance-, Eigentums- und Kontrollmaßnahmen vorhanden sind.

Darüber hinaus kann unser Change-Management Ihnen dabei helfen, Ihre Änderungsbereitschaft zu erfassen und ein Change-Management-Programm zu entwickeln, das sicherstellt, dass alle betroffenen Interessengruppen die Ziele des Unternehmens verstehen und mit ihnen übereinstimmen, um eine reibungslose Umsetzung Ihres Übergangsplans zu gewährleisten.

TCFD-Anpassung und CSA: EcoAct bietet TCFD-Status-Analysen sowie qualitative und quantitative CSA-Modellierungen unter verschiedenen Erwärmungsszenarien an, um aktuelle und zukünftige Klimarisiken und -chancen zu verstehen und zu beurteilen.

Festlegung von kurzfristigen und Net-Zero-Zielen auf wissenschaftlicher Grundlage (SBTs): EcoAct bietet Unterstützung in allen Bereichen, von der Bereitstellung von Branchenkontexten zu SBTs, der Berechnung der Scope 1, 2 und 3 Emissionen eines Unternehmens, der Einbindung des Teams in die Modellierung Ihrer Ziele bis hin zur Unterstützung bei der SBTi-Einreichung und Validierung. EcoAct hat mehr als 85 Unternehmen bei der Erstellung von SBTs mit einer Genehmigungsquote von 100 % unterstützt.

Engagement in der Lieferkette: Die Einbindung der Lieferanten ist ein fortlaufender zyklischer Prozess, der in die Beschaffungsprozesse eingebettet ist und sich auf die kontinuierliche Verbesserung der Erfassung von Scope 3 Daten, die Analyse und die Festlegung von KPIs für die Lieferanten konzentriert, um die Dekarbonisierung in einem Tempo voranzutreiben, das auf Ihr Unternehmen abgestimmt ist. EcoAct bietet einen maßgeschneiderten Ansatz für die Einbindung von Lieferanten, einschließlich der Bewertung interner Beschaffungsprozesse, der Beurteilung der Reife von Lieferanten, der Modellierung von Lieferantenzielen und der Bereitstellung von Empfehlungen für die nächsten Schritte zur Dekarbonisierung Ihrer Lieferketten.

Biodiversität: EcoAct bietet Biodiversitäts-Screenings sowie Fußabdruckberechnungen an, bewertet die Risiken von Unternehmen in Bezug auf die biologische Vielfalt (z. B. durch TNFD) und unterstützt Unternehmen bei der Durchführung von Maßnahmen und der Verringerung der Auswirkungen auf die Biodiversität (z. B. durch SBTN).

Regulatorisches Fachwissen: Mit unserem Fachwissen im Bereich Regulierung können Unternehmen neuen Vorschriften wie dem ISSB und der CSRD einen Schritt voraus sein. Wir bieten Einblicke in die Compliance-Anforderungen, was dazu beiträgt, den Aufwand für die Berichterstattung zu verringern und Antworten in Ihr CDP zu integrieren.

Fazit

Ein frühzeitiger Beginn Ihrer CDP-Antwort ermöglicht es Ihnen, Lücken zu erkennen und zu schließen, Verbesserungsmöglichkeiten zu nutzen und sich auf bevorstehende und neue Vorschriften und Rahmenbedingungen vorzubereiten. Außerdem sind Sie für die bevorstehenden Änderungen der CDP-Berichterstattung im Jahr 2024 gewappnet. Auf diese Weise wird Ihr Unternehmen nicht nur widerstandsfähiger. Vielmehr trägt dieses Handeln zu einer nachhaltigeren Zukunft bei und sichert Ihnen gleichzeitig einen Wettbewerbsvorteil auf dem Markt.

Diese proaktive Haltung wird Ihr Ergebnis für den nächsten Berichtszyklus verbessern und gleichzeitig eine Kultur der Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen fördern. EcoAct hilft Ihnen dabei, diesen Weg zu beschreiten, Ihre Wirkung zu maximieren und positive Veränderungen voranzutreiben.

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