Rückblick auf die CDP Performance 2025: Einblicke von einem Gold Accredited Partner

2025 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen – und damit ein entscheidender Wendepunkt für mehr Transparenz im Umweltbereich und für das unternehmerische Klimahandeln. Weltweit sahen sich Unternehmen wachsenden Erwartungen seitens Regulatoren, Investoren, Kunden und der Gesellschaft gegenüber. Das zeigte sich auch in einem nie dagewesenen Druck zur Offenlegung von Umweltdaten: 640 Investoren mit ...

Máté Karl

Sustainability Consultant, SE Advisory Services

20 Feb. 2026 8 Minuten Lesezeit

2025 war das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen – und damit ein entscheidender Wendepunkt für mehr Transparenz im Umweltbereich und für das unternehmerische Klimahandeln. Weltweit sahen sich Unternehmen wachsenden Erwartungen seitens Regulatoren, Investoren, Kunden und der Gesellschaft gegenüber. Das zeigte sich auch in einem nie dagewesenen Druck zur Offenlegung von Umweltdaten: 640 Investoren mit einem verwalteten Vermögen von 127 Billionen US‑Dollar forderten Unternehmen dazu auf, über CDP zu berichten, und mehr als 270 große Einkäufer verlangten Umweltdaten von rund 45.000 Zulieferern. Diese Entwicklung macht deutlich: Umweltbezogene Informationen sind längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein wesentlicher Faktor für die Bewertung von Risiken und Chancen auf den globalen Märkten.

Gleichzeitig legten 2025 mehr als 22.100 Unternehmen ihre Umweltdaten über CDP offen – und damit über die Hälfte der weltweiten Marktkapitalisierung. Das ist ein deutliches Signal dafür, dass verantwortungsvolle Umweltführung fest im globalen Wirtschaftssystem verankert ist. Diese Größenordnung ist entscheidend: Sie verdeutlicht nicht nur steigende Anforderungen an Transparenz, sondern auch das gemeinsame Verständnis, dass verlässliche Klimadaten die Grundlage für fundierte Geschäfts- und Investitionsentscheidungen bilden.

SE Advisory Services hat 2025 mit über 150 Organisationen zusammengearbeitet, um deren CDP‑Berichterstattung zu verbessern, ihre Klima‑Performance zu stärken und ihre Ergebnisse durch kontinuierliche Zusammenarbeit auszubauen. Im Jahr 2026 setzen wir uns als erneut zertifizierter CDP Gold Accredited Solutions Provider dafür ein, noch größeren Impact zu erzielen, indem wir Unternehmen dabei unterstützen, ihre CDP‑Performance weiter zu verbessern

Einblicke unserer Kund:innen

Bei unseren Kund:innen – wie auch bei Unternehmen, die insgesamt verstärkt über CDP berichten – lassen sich klare Muster erkennen, warum sie den Fragebogen ausfüllen. Für manche ist CDP nach wie vor ein freiwilliges Bekenntnis zu Transparenz und guter Unternehmensführung. Andere werden durch Investorenanfragen, Anforderungen entlang der Lieferkette oder durch wachsende regulatorische Erwartungen zur Offenlegung motiviert. Unabhängig vom ursprünglichen Auslöser profitieren Unternehmen durchweg vom Prozess: CDP bietet einen anerkannten Rahmen, um Umweltleistungen zu bewerten, Schwachstellen zu identifizieren, die Klimagovernance weiterzuentwickeln und Vertrauen bei wichtigen Stakeholdern aufzubauen.

Diese Vorteile spiegeln sich deutlich in unseren Kundenresultaten des Jahres 2025 wider. Insgesamt haben wir 240 CDP‑Antworten unterstützt, darunter mehr als 130 Fragebögen für Unternehmen, die wir bereits seit zwei Jahren oder länger begleiten. Dieses kontinuierliche Engagement ist entscheidend: Es ermöglicht Organisationen, von einmaligen Offenlegungen zu einem echten Verbesserungsprozess mit jährlichen Fortschritten überzugehen.

Erfreulicherweise waren Leistungsverbesserungen deutlich spürbar. 84 % der Beiträge unserer Kunden in den Bereichen Klima, Wasser und Wälder erzielten Bewertungen zwischen A und B-, und 41 % der von uns unterstützten Antworten auf den Fragebogen zum Thema Klima erzielten Spitzenwerte (A oder A-). Besonders aussagekräftig ist, dass 71 % der Unternehmen, die zuvor mit D oder C bewertet wurden, sich auf B oder höher verbessern konnten. Das unterstreicht den Wert von strukturiertem Support, klareren Erwartungen und einer langfristigen internen Verantwortlichkeit für CDP‑Offenlegungen.

Gleichzeitig entwickelt sich die CDP‑Landschaft rasant weiter. Angesichts der dringlicher werdenden Klima‑Herausforderungen stoßen traditionelle Herangehensweisen zunehmend an ihre Grenzen. CDP verschärft seine essenziellen Kriterien daher kontinuierlich, um widerzuspiegeln, was glaubwürdige Klimaführung heute verlangt. Besonders positiv ist, dass es 2025 mehr Triple‑A‑Unternehmen gab als je zuvor – ein Zeichen dafür, dass Unternehmen erkennen, dass Klima‑, Wasser‑ und Waldthemen nur gemeinsam, nicht isoliert betrachtet werden können.

Trotz dieser Fortschritte bleibt es für viele Unternehmen anspruchsvoll, die wichtigsten A‑Level‑Kriterien zu erfüllen. Im Bereich Klima zählen dazu insbesondere: ein öffentlich zugänglicher, mit einem 1,5‑°C‑Pfad kompatibler Übergangsplan, eine vollständige Emissionsbilanz ohne wesentliche Ausschlüsse, eine unabhängige Verifizierung von 100 % der Scope‑1‑ und Scope‑2‑Emissionen sowie eine Drittverifizierung von mindestens 70 % in mindestens einer Scope‑3‑Kategorie.

Darüber hinaus müssen Unternehmen ein unternehmensweites Reduktionsziel für Scope 1 und 2 festlegen, das entweder von der Science Based Targets initiative validiert ist oder vollständig einem 1,5‑°C‑Pfad entspricht – also eine jährliche absolute Reduktion von mindestens 4,2 % beinhaltet. Diese Anforderungen zeigen, wie stark die Messlatte für glaubwürdiges Klimahandeln gestiegen ist – und wie wichtig wissenschaftlich fundierte, ambitionierte und gut verankerte Strategien sind, um die dringend notwendigen Umweltziele zu erreichen.

Erfolgsfaktoren und zentrale Erkenntnisse

Nach den umfangreichen Änderungen am Offenlegungsrahmen im Jahr 2024 – darunter die Einführung des integrierten Fragebogens, der Umzug auf eine neue Reporting‑Plattform sowie die stärkere Angleichung an andere Standards und Rahmenwerke, was zahlreiche bestehende Fragen veränderte, und Neue hinzufügte – war 2025 für CDP ein Jahr der Stabilität. Es gab weder Anpassungen an der Plattform noch am Fragebogen oder der Bewertungsmethodik. Für berichtende Unternehmen war dies insgesamt ein vergleichsweises ruhiges Jahr. Dennoch zeigten sich einige Faktoren als entscheidend dafür, 2025 besonders gute Ergebnisse zu erzielen.

  1. Gut integrierte Datensysteme und verlässliche Reporting‑Prozesse erwiesen sich dabei als wesentliche Erfolgsgrundlage. Wer vollständige, konsistente und belastbare Informationen bereitstellt, schafft die Basis für eine starke CDP‑Bewertung. Unternehmen, die ihre Umwelt‑, Betriebs- und Finanzdaten über Standorte und Geschäftsbereiche hinweg bündeln, schließen Datenlücken, vermeiden Widersprüche und beschleunigen interne Prüfprozesse.
  2. Erfolgreiche Unternehmen involvierten ihre zentralen internen Stakeholder frühzeitig – idealerweise lange bevor das CDP‑Fenster im Juni öffnete. Teams aus Nachhaltigkeit, Risikomanagement, Finanzen, Betrieb und Governance arbeiteten eng zusammen, um Rollen, Verantwortlichkeiten und Erwartungen abzustimmen. Das ist besonders relevant, wenn neue Datenpunkte oder neue Module im Fragebogen hinzukommen.
  3. Ebenso zeigte sich, wie entscheidend wirksame Governance‑Strukturen sind. Unternehmen mit Aufsichtsgremien auf Vorstandsebene und klar definierten Verantwortlichkeiten konnten ihre Nachhaltigkeitsreife deutlich überzeugender darstellen. Klima- und Umweltthemen müssen fest im Entscheidungsprozess verankert sein – viele der essenziellen Bewertungsanforderungen von CDP spiegeln genau das wider.
  4. CDP hat sich für viele Unternehmen zum maßgeblichen Standard für Umweltberichterstattung entwickelt. Die hohe Teilnahme weltweit zeigt, wie viel Vertrauen der Bewertungslogik entgegengebracht wird. Deshalb ist es wichtig zu verstehen: Die CDP‑Kriterien sind weniger eine Checkliste als vielmehr ein Managementinstrument. Die erfolgreichsten Unternehmen richten ihre Aktivitäten, Ziele und Investitionsentscheidungen an der Struktur des CDP aus und nutzen die Bewertungslogik als Leitfaden für kontinuierliche Verbesserungen. Diese Herangehensweise verbessert nicht nur die Ergebnisse, sondern stärkt auch die strategische Verankerung von Klima‑ und Umweltzielen im Unternehmen.
  5. Wie bereits erwähnt, setzt eine A‑Bewertung im CDP‑Klimafragebogen einen mit dem 1,5‑°C‑Pfad kompatiblen Transformationsplan voraus. Auch wenn dieser je nach Unternehmenskontext unterschiedlich ausgelegt werden kann, handelt es sich im Kern um eine glaubwürdige, detaillierte Roadmap dafür, wie ein Unternehmen Geschäftsmodell, Betrieb und Wertschöpfungskette so ausrichtet, dass die globale Erwärmung auf 1,5 °C begrenzt werden kann. Viele unserer A‑List‑Kund:innen begannen bereits vor Jahren mit der Entwicklung solcher Pläne – ein entscheidender Baustein für ihren Leadership‑Status 2025. Unternehmen mit ähnlichen Ambitionen müssen nun ebenfalls diesen Weg einschlagen, unterstützt durch robuste Ziele, konkrete Meilensteine sowie klar definierte strategische und finanzielle Rahmenbedingungen.

Diese Erfolgsfaktoren spiegelten sich auch deutlich in den Ergebnissen unserer Kund:innen wider. Die hohe Zufriedenheit resultierte insbesondere aus unserem integrierten Beratungsansatz, der Klimawissenschaft, ESG‑Reporting, Dekarbonisierungsstrategien und tiefgreifende Expertise im CDP‑Scoring miteinander verbindet. Dieser ganzheitliche Ansatz ermöglicht es Unternehmen, über reine Compliance hinauszugehen und Umweltleistung aktiv in die Geschäftssteuerung einzubinden.

Ausblick

Mit Blick auf den CDP‑Zyklus 2026 zeichnen sich bereits mehrere Entwicklungen ab. CDP hat eine stärkere Angleichung an andere führende Berichtsstandards angekündigt – darunter eine stärkere Verzahnung von Klima‑, Natur‑ und ganzheitlichen Nachhaltigkeitsthemen. Während 2025 ein Jahr mit minimalen Änderungen war, legt CDP weiterhin großen Wert auf Klarheit und Konsistenz. Die Reporting‑Guidance wird voraussichtlich neu strukturiert, um die Lesbarkeit zu verbessern – eine Reaktion auf Rückmeldungen aus 2025, als Unternehmen sich durch verstreute Updates und Versionshinweise arbeiten mussten.

Zudem hat CDP bestätigt, dass 2026 ein neues Ozean‑Modul eingeführt wird, das zunächst nicht bewertet wird. Auch die Module zu Biodiversität und Kunststoffen werden weiterhin unbewertet bleiben. Darüber hinaus dürfte sich die technische Plattform weiterentwickeln. Zwar liegen noch keine Details vor, doch nach dem stabileren Portal‑Erlebnis 2025 ist davon auszugehen, dass 2026 KI‑gestützte Funktionen zur Verbesserung der Datenqualität und zur Entlastung der Berichtenden integriert werden. Solche Weiterentwicklungen sind notwendig, um die steigende Datenmenge und Komplexität zu bewältigen.

Für SE Advisory Services bietet das kommende Jahr erneut die Chance, Kund:innen dabei zu unterstützen, aus Transparenz echten Mehrwert zu schaffen. Mit umfassender Expertise, internationaler Umsetzungskompetenz und einem praxisorientierten Beratungsansatz begleiten wir Unternehmen durch den nächsten CDP‑Zyklus – damit sie ihre Resilienz stärken, die Dekarbonisierung beschleunigen und in einer Welt, in der Umweltleistung immer stärker über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet, selbstbewusst vorangehen können.

Wenn Sie 2026 Ihre bestmögliche CDP‑Bewertung erreichen möchten, unterstützen wir Sie gern – wenden Sie sich an uns, um zu erfahren, wie SE Advisory Services Sie mit Expertise, Analyse und gezieltem Feedback begleiten kann.

Rückblick auf die CDP Performance 2025: Einblicke von einem Gold Accredited Partner

Ähnliche Erkenntnisse

Alle ansehen